Logo  
 

 
   
   
Nikotin
 


Poppers-Variante "Rave"

 

 

Synonyme

Poppers: "Rush", "Rave", "Hardware","Jungle Juice"

 

 

Wirkstoff

u.a. Amylnitrit und Butylnitrit

Fluorchlorkohlenwasserstoffe

sonstige Treibmittel in Sprühdosen

Toluol, Trichloräthylen

 



 
 

Pille-Palle Themen

 

In dieser Spalte findet ihr Beiträge rund um das Thema Drogenkonsum

Führerschein

Über die gängige Praxis des Führerscheinentzugs aufgrund Drogenkonsum. Alles zum Thema Führerscheinentzug, Ärztliches Gutachten, MPU, etc. Mit Schaubild.

 

Über Symptome und Faktoren psychischer und körperlicher Abhängigkeit, Kontrollverlust und Hilfemöglichkeiten.

 

Konsummuster

Die Frage nach dem Konsummuster ist der Blick auf die Art und Häufigkeit des Drogenkonsums. Wie lassen sich weiche und harte Konsummuster unterscheiden ?

 

Mischkonsum

Die gleichzeitige Einnehmen verschiedener Drogen bedeutet immer ein zusätzliches Risiko und ist in der Wirkung schwer einzuschätzen.

 

Sucht und Psychose

Hängengeblieben? Ein nicht unerheblicher Teil der psychischen Erkrankungen sind auf Drogenkonsum (v.a. Cannabis, Ecstasy, Kokain und Halluzinogene) zurückzuführen.

 

Symptome und Hilfemöglichkeiten bei Drogennotfällen. Was tun bei Überhitzung, Horrortrip, Atemstillstand, Krampfanfall, etc...

 
 
 
Substanz
 

Unter Schnüffelstoffen versteht man meist industrielle Lösungsmittel, hauptsächlich Benzin, Aceton, Toluol und andere Fluorchlorkohlenwasserstoffe, wie auch Treibmittel und chemische Verbindungen in Sprühdosen, Klebstoffen, Kältesprays, chemischen Fleckenmitteln, Farbverdünnern, Nagellackentfernern, Haarsprays, Fahrzeugbenzin usw. Es existieren über 1400 verschiedene Substanzen, die als Schnüffelstoffe missbraucht werden.

Diese Stoffe zeichnen sich durch einen intensiven charakteristischen Geruch und eine hohe Flüchtigkeit aus. Zu den Schnüffelstoffen zäht auch das Poppers, ein ehemaliges Herzmedikament und in der Partyszene oft eingesetztes Mittel, das aphrodisierend wirken soll. Es enthält die verbotenen organischen Wirkstoffe Amylnitrit und Butylnitrit. Poppers wird in kleinen Fläschchen verkauft, die bunt und auffällig sind und Namen wie "rush", "rave" oder "hardware" tragen. Ein weiterer Schnüffelstoff ist das Lachgas, das früher in der Medizin als Narkosemittel eingesetzt worden ist.

Schnüffelstoffe werden inhaliert, indem sie in eine Tüte oder ein Taschentuch geschüttet werden. Oral aufgenommen wären Lösungsmittel tödlich. Inhaliert verursachen sie praktisch sofort einen kurzen und starken Rausch.

 
 
Wirkung
 

Durch das Inhalieren von Schnüffelstoffen gelangt das Lösungsmittel sehr schnell in die Blutbahn. Der Rausch tritt nach Sekunden ein und kann durch wiederholtes Schnüffeln stundenlang aufrecht erhalten werden.

Auf Grund seiner chemischen Beschaffenheit lagern sich die so in den Körper gelangten Substanzen bevorzugt im fettreichen Hirngewebe und in den Nervenfasern ab.

Schmerzempfinden und Wirklichkeitswahrnehmung sind vermindert. Allmachtsgefühle, Paranoia und Halluzinationen treten auf. Der Konsument fühlt sich leicht, sorglos und weniger gehemmt. Im weiteren Verlauf des Rausches treten Kontrollverlust, Bewusstseinseinschränkung und Wahrnehmungsstörungen auf. Zu beachten ist, dass die Schwelle zwischen Rausch und Intoxikation bei Kindern und Jugendlichen sehr viel kleiner ist als bei Erwachsenen.

Im Folgestadium des Narkoserausches ist das Bewusstsein deutlich eingeschränkt. Der Konsument nimmt seine Umgebung fast nicht mehr wahr und ist auch nicht mehr ansprechbar. Im weiteren Verlauf kann es zu Bewusstlosigkeit und Atemstillstand kommen. Schon beim Erstgebrauch kommt es immer wieder zu Todesfällen, zu schweren Nervenschäden oder Schäden des Gehirns.

 
 
 

Schnüffelstoffe führen schnell zu einer psychischen Abhängigkeit, die durch die auftretenden Persönlichkeitsveränderungen schwer zu behandeln ist.

Außerdem steigen überdurchschnittlich viele Erstkonsumenten von Lösungsmitteln auf harte Drogen um. Bei regelmäßigem Gebrauch kommt es zu Toleranzbildung.

 
 
Risiken und Safer Use
 

Lösungsmittel sind ein sehr gefährliches Gift. Akute Schäden, wie Verätzungen und Entzündungen der Atemwege sind üblich, aber auch teilweise irreparable Langzeitschäden im Gehirn und in Leber und Niere sind möglich und bei regelmäßigem Gebrauch auch wahrscheinlich. Die Schäden im Gehirn verursachen Gedächtnisausfälle, Lähmungen und Persönlichkeitsveränderungen, die kaum zu behandeln sind.

Todesfälle bei Konsumenten sind oft Folge von Überdosierungen, die zu Herzrhythmusstörungen und Ausfällen des Atemzentrums führen. Die Todesraten von Jugendlichen, die Schnüffelstoffe konsumieren, ist erschreckend hoch! In England liegen die Zahlen bei 100 Jugendlichen jährlich. Die unmittelbare Folgen des Konsums können sein:

Gehirn: Eine akute Gefahr stellt der Bewusstseinsverlust mit Erbrechen und Erstickungsanfällen dar. Daneben können eine Vielzahl von Empfindungsstörungen, dauerhafte Halluzinationen, vegetative Störungen und psychiatrische Erkrankungen entstehen. Viele Inhalationsstoffe lösen die Zellmembranen von Gehirnzellen auf, so dass zuerst Funktionsausfälle entstehen und dann die Gehirnzellen absterben. Für das Großhirn bedeutet das eine Veränderung der Persönlichkeit, Reizbarkeit, Gedächtnisverlust, Konzentrationsschwierigkeiten, Reduktion der Lernfähigkeiten, Halluzinationen, Psychosen. Für das Kleinhirn sind es Koordinationsstörungen, Gleichgewichtsstörungen, verwaschene Sprache. Chronischer Gebrauch führt zu Zittern und unkontrollierten Bewegungsmustern.

Der Sehnerv wird geschädigt (insbesondere durch Toluol). Sehverschlechterung bis zum Erblinden kann die Folge sein.

Einige Substanzen führen zu Blockierungen des Sauerstofftransportes im Blut.

Die Atemwege werden gereizt und die Lunge kann sich aufgrund chronischen Konsums verändern und es kann zu Atemproblemen kommen.

Desweiteren besteht Gefahr für Organe wie Leber, Niere und Herz. Hier kann es durch akute Herzrhythmusstörungen zum Herzstillstand kommen. Jede Schnüffelsubstanz kann einen sogenannten plötzlichen Schnüffel-Herztod verursachen.

Aber auch Muskel, Knochenmark und das Gehör können durch Schnüffeln in Mitleidenschaft gezogen werden. Schnüffelstoffe führen starke Persönlichkeitsveränderungen herbei, deshalb ist eine Behandlung besonders schwierig.

Poppers wurde früher als Arzneimittel bei Herzkrankheiten eingesetzt und kann Herzrhythmusstörungen auslösen.

Lachgas kann bei zu hoher Dosierung Atem- und Herzstillstand verursachen und bei regelmäßigem Gebrauch zu Knochenmarksveränderungen führen. In Verbindung mit anderen Substanzen können sowohl Poppers als auch Lachgas zu nicht einschätzbaren, gefährlichen Wechselwirkungen führen.

Folgende Infos richten sich ausschließlich an Konsumenten und sind nicht als Konsumaufforderung zu verstehen ! Wer trotz der bekannten Risiken konsumiert, sollte wenigstens folgende Hinweise beachten:

  • Durch das Einatmen der Substanz aus einer Plastiktüte kann es zu akutem Sauerstoffmangel kommen. Deshalb nie in dieser Form konsumieren!
  • Poppers darf keinesfalls getrunken werden - es besteht Lebensgefahr !
da der Konsum von Lösungsmitteln schon beim Erstgebrauch zu irreparablen Schäden führen kann, gibt es keine wirklichen Safer-Use-Hinweise. Infolge der Toleranzbildung steigt das Risiko einer Überdosierung.

 
 
Recht
 

Der Erwerb und Besitz von Lösungsmitteln ist nicht strafbar. Sie finden sich in jedem Haushalt. Poppers und Lachgas dagegen unterliegen dem Betäubungsmittelgesetz. Ihr Erwerb, Besitz und Handel ist strafbar.

 

 
     
 

 

© Pille-Palle.net 2001-2006