Obwohl nach jüngsten Untersuchungen der prozentuale
Anteil des Wirkstoffs MDMA in den meisten in Deutschland erhältlichen
XTC-Pillen deutlich höher ist als in den vergangenen Jahren, kann
es vorkommen, dass diese mit verschiedenen anderen Substanzen gestreckt
werden. In nachfolgender Liste werden die häufigsten Substanzen
genannt, die sich zusätzlich in XTC-Pillen finden können und
die ihre eigenen charakteristischen Wirkungen und Risiken beinhalten.
Ketamin
ist
eigentlich ein Narkosemittel. Nach einer kurzen Benommenheit, die unter
Umständen auch in eine Bewußtlosigkeit münden kann,
folgen bis zu anderthalb Stunden Rausch. Ketamin bewirkt eine Trennung
von Psyche und Körperempfinden. Eine Folge können Todesängste
und Panikzustände sein.
Atropin
findet
sich als Wirkstoff in Pflanzen wie der Tollkirsche, dem Stechapfel oder
anderen Nachtschattengewächsen. Die Wirkung ist ähnlich der
von Ecstasy (MDMA), nur bleiben Euphorie und Glücksgefühle aus. In der Medizin wird Atropin vor allem
in der Augenheilkunde eingesetzt - also rein äußerlich. Nebenwirkungen
können sein: Kopfschmerzen, Seh- und Atemstörungen, Müdigkeit
bis hin zu Halluzinationen, Herzrasen
und Delirium.
Methamphetamin
wirkt
im wesentlichen wie Amphetamin, jedoch ist die Wirkungsdauer um einiges
länger.
MDA
wirkt
ähnlich wie MDMA (Ecstasy), aber länger (bis zu 8 Stunden).
Wenn die Anteile von MDA höher sind (ab ca. 50 mg) kommen Halluzinationen hinzu. Außerdem können unangenehme Nebenwirkungen auftreten
wie Gleichgewichtsstörungen und Desorientierung. Mit einem höheren
Anteil verlängert sich auch die Wirkungsdauer auf bis zu 12 Stunden.
Nach einer Langzeitstudie mit Dauerkonsumenten wurde festgestellt, dass
MDA verantwortlich sein kann für irreparable Gehirnschädigungen.
MDEA
wirkt
ähnlich wie MDMA. Der Rausch zieht sich im Vergleich nicht konstant
durch, ist jedoch bei gleicher Dosierung stärker.
DOB
ist
ein psychisch stimulierendes Amphetamin
mit stark halluzinogener und leicht
aufputschender Wirkung. Die Wirkungsdauer ist extrem lang (bis zu 30
Stunden) und mit zunehmender Dosis immer schwerer vorauszusagen.
Strychnin
ist
ein Bestandteil, der in manchen XTC-Pillen gefunden werden kann, aber
auch als Streckmittel für Kokain
und weitere Stoffe benutzt wird. Strychnin (wird auch als Rattengift
verwendet) kann bereits in kleinsten Dosen Unruhe, Angst, Muskelkrämpfe
und -lähmungen (im Gesicht und in den Beinen) und Atembeschwerden
verursachen, die zum Atemstillstand und zum Tod führen können. Nach Einnahme von Strychnin muss
sofort der Arzt aufgesucht werden.
PMA
hochgiftiges
und stark wirkendes Halluzinogen (Paramethoxyamphetamin). Oft Bestandteil von XTC Tabletten. PMA verursacht
bei einer Überdosierung einen massiven Anstieg der Herzfrequenz
und des Blutdrucks. Es kann unter Umständen zu epileptischen
Krämpfen kommen. Die Überdosierung von PMA führt
immer wieder zu Fällen von Organversagen oder Tod, dassmit der
Wirkung eine starke Temperaturerhöhung bis zu 40 bzw. 42 Grad Celsius
stattfindet. Ab einer länger anhaltenden Erhitzung auf 40 Grad
Celsius können Gehirnfunktionen beeinträchtigt werden, bei
einer noch höheren Temperatur kann es zu Bewußtlosigkeit
kommen oder zu Koma und Organschäden.
Bei Fällen von durch PMA verursachten Wirkungen deshalb sofort
den Notarzt rufen. PMA zählt
momentan zu den gefährlichsten Substanzen, die als Ecstasy verkauft
werden!
2CB
ist
ein Halluzinogen, das aber eher stimulierend wirkt. Die Wirkung kann
bis zu 6 Stunden anhalten. Allerdings ist 2CB ziemlich unberechenbar,
da die Wirkung von vielen unterschiedlichen Faktoren abhängig ist
und von Hochgefühl über Verstimmung bis zu Übelkeit alles
vorkommen kann.
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